Neues aus unserer Orgelwelt

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Die Orgel der Friedenskirche in Köln-Mülheim

Die Kirche ist die älteste evangelische Kirche in Köln. Das jetzige Kirchengebäude wurde 1784 erbaut, nachdem die Vorgängerkirche durch eine verheerende Eisflut zerstört worden war. Es entstand ein kreuzförmiger Kirchenbau. Durch Luftangriffe 1944 stark beschädigt, wurde er in den 60er Jahren wieder aufgebaut, mit schöner, geschwungener Treppenanlage und Emporen an drei Seiten – typisch für den Zeitgeist der 60er Jahre.

Die Orgel steht dem Altar gegenüber und schließt den Innenraum harmonisch ab. Ihre architektonische Gestaltung ist der ursprünglichen barocken Orgel-Anlage nachempfunden, mit 5 Türmen und den entsprechenden Zwischenfeldern. Auf dem Mittelturm der ursprünglichen Orgel saß König David, der für das neue Instrument als Entwurf vorliegt, aber noch nicht ausgeführt ist. Die geschwungenen Abschlüsse über den Pfeifentürmen sind metallisiert und bläulich gelüstert. Sie geben dem Prospekt ein festliches Aussehen, das sich durch bläuliche Seidenbespannungen hinter den Pfeifenfüßen und bläulich bemalte Reflexionsplatten vor dem Instrument in den Raum fortsetzt.

Der innen weiß polierte Spieltisch ist im weiß bemalten Gehäuse mittig eingebaut und bildet mit dem Spieler das Zentrum des Instrumentes. Vor ihm im Instrument die beiden Diskantlagen der beiden Werke – Hauptwerk und Schwellwerk, die Stimmen des Pedals stehen mit im Hauptwerk.

Das Instrument hat alle wichtigen Teile einer großen Orgel:

Der Orgelwind mit 5 Bälgen ist in beiden Manualwerken in einen Bass-und einen Diskantwind mit unterschiedlichen Winddrücken geteilt, für die symphonischen Register melodiebetont. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Die Koppeln mit Bass- und Diskantkoppeln sind alle mechanisch zu spielen. In dem akustisch schönen Raum ist das unterschiedliche Touché hörbar! Es gibt zwei Windladensysteme, die Schleif- und die Membranwindlade, mit Einzelton-Ansteuerung, als Registerkanzelle angelegt.

Klanglich vermag das Instrument eine große Bandbreite der großen Orgelliteratur darzustellen:

Den 32 Fuß im Pedal, der die Basis im Instrument ist, schätzte bereits J.S.Bach in seinen Werken. In allen drei Werken gibt es Begleit- und Soloregister. Streicherchöre in den beiden Manualwerken werden angeführt mit dem Violon 16 im Pedal. Und es gibt die wichtigen Zungenstimmen im Schwellwerk und Pedal nicht nur für die französische Musik.

Christoph Spering, der Mitinitiator schreibt zu den Konzerten:

“Die Kirchengemeinde veranstaltete vom Anfang an regelmäßig Konzerte mit namhaften Organisten. So waren in den ersten Jahren neben den Domorganisten Andreas Meisner, Sebastian Küchler-Blessing und Winfrid Bönig, auch der Thomasorganist Ulrich Böhme zu Gast.

Schon bald avancierte Martin Schmeding zu einem Organisten in Residence, der auf dem relativ kleinen Werk Orchesterbearbeitungen von Mendelssohn bis hin zu Reubke aufführte. Im bald folgenden Regerjahr 2023 spielte er an einem Nachmittag alle Choralfantasien von Max Reger in zwei aneinderfolgenden Konzerten.

Überhaupt fanden bald jährlich Mülheimer Orgeltage statt, wo viele der namhaftesten Organisten wie Oliver Latry, Balacz Szabo, Gerhard Weinberger, Martin Sturm, Angela Metzger, Sebastian Heindl und Vita Kalnciema in chronologischer Reihenfolge neben anderen auftraten.

Seit 2021 sind die Orgeltage fest verbunden mit dem BACH-FEST FÜR KÖLN bei dem in diesem Jahr Christian Rieger, Martin Schmeding und Johannes Lang konzertieren.“

Die Orgel ist das erste Instrument der WOEHL ORGEL PROJEKTE GmbH zusammen mit Claudius MayWoehl.